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Owncloud


Bei der Einrichtung eines mobilen Endgerätes (Smartphone oder Tablet) wird man von Google, Apple oder Microsoft dazu gedrängt, deren jeweilige Cloud einzurichten, um die volle Funktionalität der Geräte nutzen zu können. Auch die Nutzung von nahezu kostenlosen Speicherdiensten alias Dropbox & Co. sind verführerisch. Mit nur wenigen Klicks ist die Aktivierung erfolgt und im Ergebnis liegen dann intimste Bilder, private Termine und alle Kontakte auf weit entfernten Servern und Rechenzentren, meist in den Vereinigten Staaten.

Der USA PATRIOT Act erlaubt diversen Geheimdiensten den vollständigen Zugriff auf die Daten von inländischen Servern und Tochterfirmen im Ausland. Spätestens seit der Snowden-Affäre wissen wir auch, dass u. a. sämtlicher Datenverkehr nach Übersee mitgelesen wird und Programme wie PRISM existieren, deren Aufgabe darin besteht, Menschen möglichst umfangreich zu überwachen und gezielt Profile zu erstellen.

In diesem Zusammenhang wurde uns auch bewusst gemacht, dass Webmail-Anbieter (Google, YAHOO!, etc) oder auch Facebook konsequent die persönlichen Nachrichten analysieren und auswerten. Hintergrund ist die halbwegs harmlose Platzierung zielgruppengerichteter Werbung, jedoch erfolgt dies wiederum auf Servern in Übersee.

OwncloudWie sehen denn die Alternativen aus?

Mittlerweile ist es möglich, sich eine gut funktionierende eigene Cloud-Instanz einzurichten und seine Daten auf deutschem Raum oder den eigenen vier Wänden zu belassen. Owncloud ist eine kostenlose Software, auf die wir hier näher eingehen wollen. Diese wird auf einem Webserver installiert und bringt eine Menge sinnvolle Funktionalitäten mit sich, z.B.:

Owncloud 1 zentrale Benutzerverwaltung inklusive Rollenvergabe
1 per Webinterface
1 zentral gespeicherte Kalender, die zwischen den Benutzern
1 freigeben und per CalDAV auf Smartphones und Tablets
1 oder auch auf PCs und Notebooks synchronisiert werden
1 können. Wie dies erfolgt, lesen Sie hier.
1 zentrale Speicherung von Daten, die per Clientsoftware oder
1 App mit den Endgeräten (per WebDAV)
1 synchronisiert werden können.
1 zentrale Synchronisierung von Kontakten (per CardDAV) mit
1 Smartphones & Co.
1 Bilder und Musik können direkt über die Benutzeroberfläche
1 wiedergegeben werden.
1 Teilen von Inhalten mit anderen Benutzern oder anonym
1 per Link, mit Zeitbeschränkung oder Kennwortschutz.
1 Funktionalitäten können über diverse Apps erweitert werden
1 (z. B. Virenscanner).

Owncloud KalenderansichtGenerell bestehen zwei Möglichkeiten,
Owncloud zu nutzen


1. über einen Provider, der Owncloud auf
11seinen Systemen bereitstellt oder
2. auf einem eigenen Webserver

Zu 1. - über einen Provider:

Wer eine eigene Webseite besitzt, sollte prüfen, ob der Provider im Rahmen des Webhosting auch Owncloud unterstützt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass eine SSL-Verschlüsselung (ohne oder mit nur geringem Aufpreis) möglich ist. Ohne diese würden die Anmeldedaten jedesmal unverschlüsselt durch das Netz gesendet werden und jegliche Sicherheit passe.

Alternativ gibt es eine ganze Menge von Providern, die fertige Installationen anbieten: zur Übersicht

Die Preise, Laufzeiten und Leistungen sind sehr unterschiedlich, ein Vergleich lohnt sich. Hier einige Angebote (Stand 04/2014) mit Serverstandorten in Deutschland, SSL- und Datenverschlüsselung:

AIXPRO:
6 Monate Laufzeit, 2,5 GB Speicher: € 2,99/Mon.

avEnter:
1 Monat Laufzeit, 5 GB Speicher: € 1,99/Monat

PortKnox:
12 Monate Laufzeit, bis zu 5 User, 20 GB Speicher: € 69,-/Jahr

Zu 2. - der eigene Webserver:

Einen eigenen Server anzuschaffen, diesen zu konfigurieren, zu warten und zu unterhalten, klingt für die meisten erst einmal sehr abschreckend, utopisch, zeitaufwendig oder kostspielig, doch das muss nicht unbedingt sein.

Der Raspberry Pi ist ein günstiger und geräuschloser Computer im Scheckkartenformat und für eine eigene Owncloud-Installation bestens geeignet: So geht´s.